Tuesday, 4. august 2009 2 04 /08 /Aug. /2009 14:19


Down Under, so wird Australien liebevoll und charmant von seinen Besuchern und denen, die es gerne werden möchten, genannt.
Down Under, das Land auf der Südhalbkugel der Erde, immer aus der Perspektive der europäischen Entdecker als das Land da unten bezeichnet. Wer "da unten" lebt, käme von sich aus wohl eher nicht auf diese Bezeichnung.
Australien, der sechstgrößte Staat der Erde, umfasst als einziger einen ganzen Kontinent. Und nicht nur das, Tasmanien und noch viele kleinere Inseln zählen zum australischen Hoheitsgebiet.
Hat der moderne Entdecker des Down Under die Entfernung zwischen Europa und dem anderen Ende der Welt erst einmal bezwungen, so eröffnen sich ihm unzählige Möglichkeiten, kurze oder lange Aufenthalte auf dem Kontinent der Kängurus und Koalabären zu einem unvergesslichen Abenteuer werden zu lassen.
Städtetouren von Adelaide über Melbourne bis Sidney bieten sich an, das riesige Great Barier Reef, das größte Korallenriff überhaupt, lädt zum Tauchen ein, wunderbare riesige Sandstrände zum Baden und Schnorcheln gibt es in Fülle.
Abenteuerliche Wüstendurchquerungen für Anfänger genauso wie für Profis mit dem Geländewagen auf den Spuren der ersten Siedler in der Simpson Desert fordern eine gründliche Vorbereitung und oft extremen Einsatz, bieten dafür aber auch das intensive Erlebnis von Freiheit und Abenteuer im Outback.
Riesige Nationalparks bieten die Möglichkeit, sie auf langen Touren mit dem Wohnmobil zu erkunden. Eine gute Infrastruktur an sogenannten Bushcamps mit Feuerstellen und Wasser, manchmal sogar einem informativen Abend mit dem Ranger, machen die intensive Beobachtung von Land und Tieren zu einem großartigen Erlebnis.
Besuche in Siedlungen der Aborigines und die Besichtigung alter Felsenzeichnung geben dem modernen Reisenden einen Einblick in die Geschichte des uralten Kontinents.
Wer sich zu einer Expedition ins Down Under rüstet, für den ist eine gute Reisevorbereitung Pflicht. Es gilt zu entscheiden, ob geführte Touren ins Outback nicht angenehmer sind, als die manchmal doch sehr anstrengenden selbständigen Erkundungsfahrten. Wer das Abenteuer liebt, wird aber diese wohl trotz aller Anstrengungen bevorzugen. Weiterhin gilt es zeitlich gut zu planen. Viele Gegenden und Pisten im Outback sind nur zu bestimmten Jahreszeiten zugänglich und befahrbar. Es sollte nicht zu heiß und nicht zu nass sein, die notwendige Ausrüstung muss vor Ort besorgt werden und nicht zuletzt gehört zur Vorbereitung die Grundkenntnis über Vorsichtsmaßnahmen bei der Begegnung mit der australischen Tierwelt.
Down Under, eines der letzten Abenteuer der modernen Welt, wenn man so will, aber auch ein Land für die Erholung vom Lärm und der geschäftigen Enge Westeuropas.
Für jeden Geschmack ist das Richtige geboten – nur genügend Zeit sollten die Reisenden mitbringen, denn Down Under liegt nun einmal ziemlich weit da unten.

von mafalda - veröffentlicht in: Restbestände
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Sunday, 5. july 2009 7 05 /07 /Juli /2009 14:39

Es ist eigentlich nicht meine Gewohnheit, Reiseberichte zu schreiben. Aber heute bietet es sich an, drängt sich geradezu auf.

Es ist unsere erste gemeinsame „Reise“, seit langer Zeit wieder meine erste Begegnung mit der Deutschen Bahn, also Abenteuer pur.

Sie wartet in Berlin auf mich. Wir wollen gemeinsam zum Karneval der Kulturen.

Drei Stunden habe ich geschlafen, als ich noch vor dem Läuten des Weckers aufwache. Ich bin es nicht gewöhnt, unter Zeitdruck abzureisen, aber der Zug wartet nicht auf mich.

Mein extra für die Reise frisch gebügeltes, fas neues Hemd, hat wo und warum auch immer einen Knopf verloren. Also schnell noch ein anderes bügeln. Ein fünftes Mal nach der Fahrkarte sehen – oh Wunder, sie ist immer noch am selben Platz wie die vier Male zuvor – und los geht’s. Ein Parkplatz für das Auto ist Samstag früh sogar in Bahnhofsnähe schnell gefunden und nun beginnt das Abenteuer Bahn.

Eine ältere Frau steht am Bahnsteig, cirka 70 Jahre oder ein bisschen darunter. Zwei Taschen, ein riesiger Koffer und keine Strümpfe. Mich friert beim Anblick der nackten Beine unter den modisch viel zu kurzen Hosen. Sie blickt in die Ferne, plötzlich geht die Sonne auf, sie winkt und hüpft fast. Da kommt ein etwa gleichaltriger Mann den Bahnsteig entlang auf sie zu, lässig gekleidet, mit Rucksack und Krawatte. Er lächelt sie an, es gibt zaghafte Berührungen zur Begrüßung – es riecht nach frisch verliebt.

Vor Aufregung steigt die Strumpflose in den ersten Zug, der kommt, aber leider nur bis Bad Urach fährt, statt nach Stuttgart.

Er, der coole Held, rettet sie, indem er beherzt sein Bein zwischen die sich schließenden Zugtüren hält. Und nun stehen sie da, kichernd über das Erlebte, wie zwei 16Jährige.

Hinter mir steigt eine so kurz- wie grauhaarige Frau ungefähr in meinem Alter in den nun richtigen Zug nach Stuttgart, mit ihr reisen zwei junge Mädchen, ich wundere mich, dass sie noch mit ihrer Mutter in Urlaub fahren. „Setz dich doch zu uns, Oma“, ruft die eine. Ach ja, in meinem Alter ist sie immer noch.

Im Neigezug geht es dann rasend schnell ohne Zwischenstopp nach Stuttgart. Dieses Mal wird mir gar  nicht schlecht, wie bei der ersten Fahrt mit diesem Gefährt, und ich genieße es entspannt, mich einfach in den Sitz fallen lassen zu können und nichts zu tun. Würde ich nicht gewöhnlich mit Hund reisen, würde ich mir gleich morgen eine Bahncard kaufen.

In Stuttgart fährt der Anschlusszug genau am Gleis gegenüber ab. Ich habe 20 Minuten Aufenthalt und warte.

Bahnhöfe sind etwas wunderbares. Die ganze Vielfalt der Welt ist zu sehen.

Ein sehr blondes und sehr dünnes Mädchen balanciert mehrere Kaffeebecher mit Deckel auf einem Papptablett. Ein schwarzer Mann mit lila Milka-Rucksack teilt sein Frühstück mit den Bahnhofstauben. Ein winziger kleiner Junge mit dreiviertel langen Hosenbeinen und einer Schiebermütze, der direkt aus „Emil und die Detektive“ entsprungen zu sein scheint, schleppt stolz einen Rucksack, der etwa 2/3 seiner Körperlänge misst. Eine Gruppe chinesischer Männer in hellgrauen Jogginganzügen sucht sich fröhlich einen guten Platz auf dem Bahnsteig.

Dann kommt der Zug. Das erste Mal in meinem Leben reise ich erster Klasse. Aus irgendwelchen Gründen ist das heute billiger als die zweite Klasse. Mir soll es recht sein. Ich habe ein Abteil mit Tisch für mich ganz alleine. Eine Zugbegleiterin fragt, ob sie mir etwas aus dem Bistro bringen soll, die Toilette ist groß und wahnsinnig sauber.

Nun geht es erst einmal bis Darmstadt. Viermal Umsteigen bis Berlin, das ist der Preis des erste-Klasse-Tickets. Und acht Stunden Fahrt statt fünf. Aber das stört mich nicht, überall ist genug Zeit, die Sonne scheint und ich werde gefahren. Und in Berlin wartet Sie auf mich.

von mafalda
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Tuesday, 16. june 2009 2 16 /06 /Juni /2009 20:15

Seit Jahren steht der Job auf der Kippe. Dauernd wird neu verhandelt, wieder ein bisschen abgebaut, wieder ein wenig wegbeschissen, wieder eine zeitliche Verdichtung erpresst.

Immer kommt das Argument: Wenn ihr uns nicht diese und jene Vorleistung bringt, dann nehmen wir euch alles weg. Die Vorleistungen werden erbracht, dennoch wird eins nach dem andern, was dadurch zu erhalten versprochen wurde, gestrichen.

Erpressung durch den Arbeitgeber und Gutgläubigkeit der Arbeitnehmer gehen Hand in Hand.

Kein Ende in Sicht? Vielleicht doch. Die Gutgläubigkeit wird weniger, ist zu beobachten, die Verhandlungsbereitschaft lässt nach.

Nur, wer gewinnt am Ende?

von mafalda
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Tuesday, 28. april 2009 2 28 /04 /Apr. /2009 17:40

 

Die Reise sollte um 13 Uhr in R. beginnen und nach O. führen. Ich hatte im Internet eine Mitfahrgelegenheit angeboten und nun rief mich etwa drei Stunden vor Abfahrt doch noch jemand an. Eine junge Frau, nach der Stimme zu schließen. Ich erklärte ihr, ich wohne in R., würde sie aber, da es für sie und für mich geschickter war, in T. am Bahnhof abholen.

„Wunderbar“, dachte ich mir, „nun hat es doch noch geklappt. Die Reise wird nicht so teuer und Umstände macht es auch keine. Da T. direkt an meiner Strecke liegt, schadet ein kleiner Umweg zum Bahnhof nichts“.

So weit so gut. Ich war etwas im Verzug  und kam erst mit ein paar Minuten Verspätung von zuhause weg. Von unterwegs rief ich sie an, es würde noch ein paar Minuten dauern, aber ich käme auf jeden Fall und es dauere auch nicht lange. Kein Problem, antwortete sie, sie wäre ja auch noch unterwegs und käme erst in einer halben Stunde. Nun gut, ich durfte mich nicht beschweren, war ich ja selbst zu spät. Fünf Minuten später stand ich am Bahnhof und wartete.

Eine halbe Stunde wäre zu verkraften, es war ja noch früh am Nachmittag. Nach einer halben Stunde wartete ich allerdings immer noch. Nach weiteren 20 Minuten stand ich immer noch da, warum rief sie mich denn nicht an? Oder suchte sie mich, hatte ich das Auto falsch beschrieben oder gar nicht, stand ich am falschen Ende des Bahnhofs? Ich rief sie wieder an. „Ich bin gerade an der letzten Ampel vor dem Bahnhof, ich bin sofort da.“ An der letzten Ampel? Sie kam gar nicht mit dem Zug? Warum hatte sie mich dann unbedingt am Bahnhof treffen wollen, es hätte auch bessere Orte gegeben. Zu spät, es war ja auch meine Schuld, hatte ich doch zu wenig intensiv nachgefragt. Ich wartete wieder. Noch einmal 20 Minuten - langsam wurde ich ärgerlich. Wir hatten immerhin mindestens fünf Stunden Fahrt vor uns und wenn wir zu spät loskamen, erwischten wir mit Sicherheit auch noch rund um Frankfurt den Feierabendverkehr.

Also gut, noch einmal anrufen: „Wo, verdammt noch mal (das verdammt noch mal dachte ich allerdings nur, wir mussten ja schließlich noch einige Stunden gemeinsam in einem kleinen Auto verbringen), bist du denn?“

Sie stehe am Bahnhof und warte auf mich, könne mich aber nirgends sehen. Da drängte sich mir ein böser Verdacht auf. War sie etwa an einem anderen Bahnhof, als ich? Sie war. „Himmeldonnerwetternochmal (auch dies gerade noch mal verschluckt), ich komme.“

So fuhr ich also zurück nach R., wo ich gestartet war, zum Bahnhof. „Du hattest doch gesagt, du wohnst in R., da wollte ich keine Umstände machen und bin direkt hierher gefahren“. Ein Schreikrampf meinerseits war nur noch mit Mühe zu unterdrücken. Aber was sollte ich tun. Da stand sie, unschuldig lächelnd, keine junge Frau, sondern ein Teenager. Ich konnte sie doch nicht einfach stehen lassen. Und die verlorenen gefühlten vier Stunden würde es mir auch nicht zurückbringen.

Kaum im Auto, begann sie ihre Zigaretten auszupacken, wagte dann aber doch nicht zu Rauchen, sondern fing an zu erzählen. Eine Stunde später wusste ich praktisch alles, was es über sie zu wissen gab, Dinge, die mich nicht wirklich interessierten, aber sie war nicht zu bremsen. Ich tat so, als hörte ich zu, sagte hin und wieder „ja“, „achso“, „aber klar“ und betete, dass sie irgendwann ermüden würde, denn meine Geduld neigte sich dem Ende zu. Und meine Gebete wurden erhört. Ihr Handy klingelte und sie war fortan beschäftigt mit telefonieren.

Auf eine Diskussion über den Ort, an welchem sie wünschte abgesetzt zu werden, ließ ich mich nicht ein. Jetzt bestimmte ich und sie telefonierte noch einmal ausgiebig, wie sie sich dort abholen lassen könnte. Mein Ton hatte sie wohl etwas eingeschüchtert und letztendlich waren wir beide froh, als unsere gemeinsame Fahrt zu ende war. Vermutlich würden wir uns nie mehr treffen, was mich nicht traurig stimmte.

Und dann war sie weg, eine gelbe Handysocke ließ sie mir zurück.

von mafalda
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Saturday, 25. april 2009 6 25 /04 /Apr. /2009 14:26

Stückwerk    - vielleicht wird ja irgendwann eine Geschiche daraus






Wir besuchten ihn in unregelmäßigen Abständen und bei jedem Besuch bedrängten wir ihn, uns doch von früher zu erzählen. Von der Zeit, als er klein war und  von der Zeit, als hier noch ‚die Anderen’ lebten. Und vor allem bedrängten wir ihn immer und immer wieder, uns vom verbotenen Berg zu erzählen. Aber der alte Mann saß stumm mit uns um sein Lagerfeuer, das auf dem Fußboden  mitten im Wohnzimmer brannte, trank mit uns Tee aus selbstgesammelten Beeren und Blättern und ließ uns aus seiner Pfeife rauchen. Wir ließen sie rundum kreisen, jeder nahm einen Zug und gab die Pfeife an den Nachbarn weiter. Niemand wusste, was für ein Kraut das war, das da so weiß dampfte und so schrecklich schmeckte, das aber doch niemand abzulehnen wagte, um nicht als uncool zu gelten. Mir wurde oft schwindelig und manches Mal sah ich, wie sich die seltsamsten Tiere um mich versammelten und mir Geschichten erzählen wollten. Geschichten von früher und Geschichten vom verbotenen Berg. Aber nie konnte ich sie verstehen, egal wie oft es mir gelang, sie herbeizurufen.

An einem Tag im Frühling hatte der alte Mann wohl endlich genug  von uns und er begann leise und langsam zu erzählen. Von damals und vom verbotenen Berg. Und so begann er seine Geschichte:

An einem Sonntagnachmittag ging das Atomkraftwerk kaputt. Es war ein Tag im Frühling wie heute einer ist und ich war damals 4 Jahre alt……….

von mafalda
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